Die Frühjahrsmüdigkeit besiegen

Der amerikanische Dichter Henry David Thoreau fasste die Zeit des Frühlings mit folgenden Worten zusammen: „Eine echte Auferstehung, ein Stück Unsterblichkeit“. Und das ist es wirklich. Das weiße Leichentuch des Schnees, das die Welt den ganzen Winter über bedeckt hatte, schmilzt und die Welt erwacht zu neuem Leben. Doch nicht die ganze Welt erwacht, statt aufzuerstehen wollen sich zahlreiche Menschen lieber hinlegen und schlafen. Kaum hat man die Herbst- und Winterdepression überstanden, wartet auf die Betroffenen die Frühjahrsmüdigkeit. Statt aufzublühen haben zahlreiche Menschen Startschwierigkeiten und sind matt. Doch gegen die Frühjahrsmüdigkeit kann einiges getan werden, so dass auch Betroffenen die schöne Jahreszeit und das Wiederaufleben der Welt genießen können.

Die Abhängigkeit von der Umwelt

Manche Menschen werden sehr stark von ihrer Umwelt beeinflusst. Und damit ist an dieser Stelle weniger die zwischenmenschliche Umwelt gemeint als vielmehr die Auswirkung des Wetters und der Jahreszeiten. Die Hitze des Sommers schlägt sich bei vielen Menschen beispielsweise auf den Kreislauf nieder, vor allem ältere Menschen sind davon betroffen. Herbst- und Winterdepressionen sind sehr weit verbreitet und nehmen teilweise einen sehr gravierenden Verlauf, so dass sie sogar als Krankheit anerkannt sind und behandelt werden müssen. Die Frühjahrsmüdigkeit zählt nicht zu diesen saisonal-affektiven Störungen, belastet allerdings nicht weniger Menschen, wobei vor allem Frauen davon betroffen sind.

Mehr als die Hälfte der Menschen betroffen

Statistiken zufolge leiden rund 54 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen in Deutschland an diesem Phänomen, das jedes Jahr aufs Neue auftritt, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Winter vertreiben. Doch wie bei den Depressionen im Herbst und im Winter kann einiges dagegen getan werden, dass die Frühjahrsmüdigkeit nicht allzu gravierend ausfällt oder sogar gar nicht erst beginnt. Damit dies gelingt, muss das Phänomen allerdings zuerst einmal diagnostiziert werden. Mit einem geübten Auge sind die Symptome gut zu erkennen.

Immer zur selben Zeit

Wie bereits erwähnt, äußern sich die Anzeichen der Frühjahrsmüdigkeit jedes Jahr zur selben Zeit, genauer gesagt zwischen März und Mai. Und wie der Name bereits andeutet, sind die wichtigsten Anzeichen eine ungewöhnliche Müdigkeit sowie Abgeschlagenheit sowie ein erhöhtes Bedürfnis nach Schlaf. Weitere Symptome sind Schwindel und Kreislaufprobleme sowie Wetterfühligkeit. Auch eine stärkere Gereiztheit ist oft zu beobachten. Die Diagnose der Frühjahrsmüdigkeit wird allerdings dadurch erschwert, dass die genannten Symptome nicht alle gleichzeitig auftreten müssen.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr!

Es gilt allerdings, die Symptome genau zu beobachten. Diese sollten sich nur in einem kurzen, klar abgegrenzten Zeitraum äußern. Ist die Müdigkeit oder Niedergeschlagenheit dauerhaft und unabhängig von der Jahreszeit zu beobachten und sinkt die Leistungsfähigkeit stetig, können schwerwiegendere Gründe vorliegen wie etwa ein chronisches Erschöpfungssyndrom oder Burnout. Schlimmstenfalls kann auch eine Unterfunktion der Schilddrüse dahinterstecken oder eine Depression. Legen sich die Symptome nicht nach einigen Wochen, sollte also ein Arzt aufgesucht werden.

Ursachen bislang nicht vollständig geklärt

Bislang konnten die Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit nicht vollständig geklärt werden. In jedem Falle wirken sich das wärmere Wetter sowie die längeren Tage auf den Körper des Menschen aus. Im Winter waren die Blutgefäße durch die Kälte verengt, was sich ändert, wenn es wieder wärmer wird. Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt dadurch allerdings ab, was die Müdigkeit und Abgeschlagenheit bewirkt. Zudem sind die Reserven des Körpers nach der langen dunklen Jahreszeit des Winters nahezu vollständig aufgebraucht und er muss sich auf die veränderten Umstände umstellen. Allerdings ist der Körper träge und benötigt einige Zeit dafür. Erst nach etwa einem Monat reagiert der Körper auf die neuen Bedingungen.

Konkurrenz der Hormone

Hinzu kommt, dass das Tageslicht, welches nun deutlich länger auf die Menschen wirkt, die Produktion des Hormons Serotonin anregt. Dies ist eigentlich positiv zu werten, da es sich bei Serotonin um ein Glückshormon handelt, das sich positiv auf das Gemüt auswirkt. Allerdings läuft noch die Produktion von Melatonin, ein Hormon, das vor allem im Winter ausgeschüttet wird. Und das Zusammenspiel dieser beiden Hormone und deren Wechselwirkungen steigern die Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Nicht zuletzt leiden die Menschen unter einem Mangel an Vitaminen.

Lasst die Sonne rein!

Beginnt die Frühjahrsmüdigkeit heißt es handeln, auch wenn es schwer fällt und man sich lieber die Decke über den Kopf ziehen möchte. Der erste Schritt ist aufstehen und die Fenster und Türen zu öffnen, um den Mief des Winters herauszulassen und den Duft des Frühlings in die Wohnung zu holen. Atmen Sie tief durch, Sie werden sich gleich besser fühlen. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch gleich die Fenster putzen, damit die Sonne in die Wohnung gelangen kann.

Viel Bewegung

Denn Sonne und Bewegung sind grundlegend wichtig, um die Frühjahrsmüdigkeit zu bekämpfen. Der Tag sollte idealerweise so ausgerichtet werden, dass möglichst viel Sonne getankt werden kann. Vor allem Morgensonne ist wichtig. Es gilt, möglichst früh ins Bett zu gehen und auch möglichst früh aus den Federn zu kriechen und an die frische Luft zu gehen, auch wenn es zunächst schwer fällt. Denn dank der Sonne ist der Körper wieder in der Lage, Vitamin D zu produzieren, ein sehr wichtiges Vitamin. Fehlendes Vitamin D führt zu zahlreichen Erkrankungen bis hin zu Rachitis und Depressionen. Zudem hemmt die Sonne die Herstellung des Hormons Melatonin und aktiviert die Ausschüttung von Serotonin.

Auch geringe Aktivität hilft schon

Legen Sie sich nicht in die Sonne, sondern seien Sie aktiv und bewegen Sie sich. Dabei muss nicht gleich gejoggt oder eine ausgedehnte Radtour gemacht werden. Bereits kleine Aktivitäten helfen, die müden Glieder zu lockern. Lassen Sie das Auto in der Garage und fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit. Legen Sie in der Mittagpause einen kleinen Spaziergang um den Block ein und genießen Sie die süße Frühlingsluft und die Sonne. Auch wenn es noch kalt ist, es gibt für jedes Wetter die passende Kleidung. Auch im Haus sollten Sie sich bewegen.

Mit Freunden etwas unternehmen

Lassen Sie den Fahrstuhl eine nette Maschine sein und nehmen Sie die Treppe. Wer an Frühjahrsmüdigkeit leidet, sollte dies auch seinen Freunden sagen. Denn gute Freunde holen einen zuverlässig aus dem Tief, indem sie sich den Frühjahrsmüden schnappen und zu der Bewegung und den Unternehmungen zwingen. Die Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung und es wird ihnen gleich besser gehen, der zwischenmenschliche Kontakt mit den Freunden ist gut für die Psyche. Optimal für den Kreislauf sind auch Wechselduschen, bevor Sie aus dem Haus gehen. Dabei sollte beachtet werden, dass immer mit der kalten Dusche aufgehört wird.

Weg mit den Wintersachen

Verändern Sie zudem ihr Umfeld und ändern Sie die Atmosphäre. Bringen Sie mit einem Frühjahrsputz frischen Wind in ihre Wohnung und lockern Sie diese mit bunten und wohlriechenden Frühjahrsblühern auf. Bunt, hell und fröhlich, das gilt auch für Ihre Kleidung. Verbannen Sie die dicken Wintersachen in den Schrank und kleiden Sie sich in luftigen, hellen Kleidungsstücken neu ein. Die neue, lockere Atmosphäre ist optimal für das Gemüt. Auch der Speiseplan sollte angepasst werden. Zumeist wird im Herbst und Winter zu schwer sowie zu süß gegessen, da viele Menschen in der Winterdepression einen übermäßigen Hunger auf Kohlehydrate entwickeln. Im Frühling wird es wieder Zeit für frische, leichte und vor allem vitaminreiche Nahrungsmittel.

Der letzte Anschub für die Frühlingsgefühle

Apropos Hormone. Wer langsam aus dem Tief der Frühjahrsmüdigkeit kommt, wird einen angenehmen Effekt verspüren, mit dem die letzten Reste der Müdigkeit und Abgeschlagenheit überwunden werden kann. Nicht nur die Sonne und frische Luft sorgt dafür, dass der Hormonhaushalt in Schwung kommt, sondern auch die holde Damenwelt, die nun in enger Kleidung und kurzen Röcken flaniert, so dass auch die Sexualhormone in Schwung kommen. Und wo kann die Abgeschlagenheit besser bekämpft werden als im Bett? Springt er Motor nicht gleich an, lohnt es sich über den Kauf von Potenzmitteln wie Viagra nachzudenken. Da ist es kein Wunder, dass die Verkaufszahlen für Viagra, Cialis und Levitra im Frühling sprunghaft ansteigen, denn oftmals benötigt die Libido den letzten Anstoß, damit der Motor nach der langen, dunklen Jahreszeit wieder in Schwung kommt. Und nach einem oder zwei Mal Geschlechtsverkehr kann der Frühling mitsamt den Frühlingsgefühlen auch ohne Viagra genossen werden.